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Kennst du das? Du möchtest in deinem Home Assistant Dashboard den Temperaturverlauf des gestrigen Tages prüfen, und der Ladekreis dreht sich gefühlt eine Ewigkeit. Oder noch schlimmer: Deine nächtlichen Backups schlagen plötzlich fehl, weil die Dateien gigantische Ausmaße angenommen haben und der Speicherplatz auf deinem Raspberry Pi oder Mini-PC platzt.

In 99 % der Fälle liegt die Ursache genau hier: Die Home Assistant Datenbank ist zu groß geworden.

Jeder Klick, jede Temperaturänderung und jede vorbeiziehende Wolke, die dein Wettersensor erfasst, wird standardmäßig in der Datenbank (meistens die home-assistant_v2.db) gespeichert. Wenn du nicht eingreifst, müllt sich das System selbst zu. Doch wie findest du heraus, welche Geräte die wahren Schuldigen sind?

Genau hier kommt das fantastische Tool DBStats ins Spiel. In diesem Artikel zeige ich dir, wie du mit dem DBStats Add-on von jehy tief in deine Datenbank blickst, die schlimmsten Speicherfresser identifizierst und dein System wieder leichtfüßig und blitzschnell machst.

Für eine detaillierte Anleitung und Erklärung aller Konfigurationsmöglichkeiten empfehle ich das unten verlinkte YouTube-Video. In diesem Video wird ausführlich auf jede einzelne Einstellung eingegangen, sodass du eine umfassende Anleitung zur genauen Einrichtung erhältst. Eventuellen Code aus dem Video findest du in diesem Beitrag, so dass du ihn direkt nutzen kannst, ohne abtippen zu müssen.

Was ist Home Assistant?

Home Assistant ist eine Open-Source-Plattform für die Heimautomatisierung, die darauf abzielt, alle Geräte im Haus miteinander zu verbinden und zentral zu steuern. Sie wurde entwickelt, um eine einheitliche Benutzeroberfläche und eine einfache, flexible Steuerung für eine Vielzahl von Smart-Home-Geräten aus unterschiedlichen Ökosystemen zu bieten. Hier sind einige Punkte, die für Home Assistant sprechen:

  1. Kompatibilität: Home Assistant unterstützt Tausende von Geräten und Diensten von verschiedenen Herstellern, einschließlich Beleuchtung, Klimaanlagen, Heizungen, Kameras, Wettersensoren, Sprachassistenten und mehr.
  2. Lokale Steuerung: Im Gegensatz zu vielen kommerziellen Smart-Home-Plattformen, die auf Cloud-Dienste angewiesen sind, läuft Home Assistant lokal in deinem Netzwerk. Dies bedeutet erhöhte Privatsphäre und Zuverlässigkeit, da deine Smart-Home-Geräte auch ohne aktive Internetverbindung funktionieren.
  3. Automatisierung und Szenen: Eines der Hauptmerkmale von Home Assistant ist die Möglichkeit, komplexe Automatisierungen und Szenarien zu erstellen. Du kannst beispielsweise Lichter automatisch einschalten lassen, wenn es dunkel wird, oder die Heizung einschalten, wenn die Temperatur unter einen bestimmten Wert fällt.
  4. Einfache Benutzeroberfläche: Home Assistant bietet eine nutzerfreundliche Oberfläche, die es einfach macht, Geräte zu überwachen und zu steuern. Diese Oberfläche ist vollständig anpassbar.
  5. Integration mit Sprachassistenten: Home Assistant kann mit Sprachassistenten wie Amazon Alexa oder Google Assistant integriert werden, um eine sprachgesteuerte Steuerung deiner Smart-Home-Geräte zu ermöglichen.
  6. Open-Source und Community-Getrieben: Da Home Assistant Open-Source ist, wird es von einer aktiven Community unterstützt, die ständig neue Integrationen entwickelt und bestehende verbessert.
  7. Datenschutz und Sicherheit: Als lokal laufende Plattform hat Home Assistant den Vorteil, dass die Daten im eigenen Netzwerk bleiben. Dies schützt die Privatsphäre und erhöht die Sicherheit im Vergleich zu Cloud-basierten Lösungen.

Zusammenfassend ist Home Assistant eine leistungsstarke und flexible Lösung für diejenigen, die ihr Smart Home selbst gestalten und ihre Geräte unabhängig vom Hersteller oder Ökosystem zentral steuern möchten.

Was ist DBStats und warum brauchst du es?

Standardmäßig bietet dir Home Assistant kaum Möglichkeiten, tief in die Struktur deiner Datenbank zu schauen. Du siehst zwar die Dateigröße, aber nicht, was genau diesen Speicher belegt.

DBStats (hass-dbstats) ist ein Custom Add-on für Home Assistant OS (und Supervised). Es fungiert als Analyse-Tool, das deine Datenbank (egal ob die standardmäßige SQLite-Datenbank oder eine externe MariaDB/MySQL) scannt und dir auf einer übersichtlichen Weboberfläche präsentiert, welche Entitäten die meisten Einträge erzeugen.

Deine Vorteile auf einen Blick:

  • Gezieltes Troubleshooting: Statt blind im Recorder herumzudoktern, weißt du nach dem Scan genau, welche Entitäten du ausschließen musst.
  • Visuelle Analyse: Du siehst sofort, welche Sensoren den meisten Speicherplatz fressen.
  • Tabellen-Einblicke: Du erkennst, ob das Problem in der Tabelle states (Zustandsänderungen) oder in events (Ereignisse) liegt.

DBStats in Home Assistant installieren

Da DBStats kein offizielles Add-on ist, musst du es über ein benutzerdefiniertes Repository hinzufügen. Das dauert nur zwei Minuten:

  1. Gehe in deinem Home Assistant auf Einstellungen > Apps.
  2. Klicke unten rechts auf Add-on Store.
  3. Klicke unten rechts auf die App installieren.
  4. Klicke oben rechts auf die drei Punkte und wähle Repositories.
  5. Füge die folgende URL von GitHub hinzu: https://github.com/jehy/hass-addons und klicke auf Hinzufügen oder nutze alternativ diesen Button:
    Open your Home Assistant instance and show the add add-on repository dialog with a specific repository URL pre-filled.
  6. Schließe das Fenster und lade die Seite neu.
  7. Scrolle nach unten, bis du das neue Repository siehst, wähle DBStats aus und klicke auf Installieren.

Sobald die Installation abgeschlossen ist, startest du das Add-on und öffnest die Web-Benutzeroberfläche.

(Tipp: Wenn du MariaDB nutzt, musst du unter Umständen in der Konfiguration des Add-ons noch deine Datenbank-Zugangsdaten hinterlegen. Nutzt du die Standard-SQLite-Datenbank, funktioniert das Tool meist out-of-the-box).

Die Analyse – Wie du Probleme mit DBStats identifizierst

Wenn du die Web-UI von DBStats öffnest, führt das System einen Scan durch. Je nach Größe deiner Datenbank kann das ein paar Sekunden oder Minuten dauern. Danach präsentiert dir DBStats verschiedene Tabellen und Diagramme.

Hier musst du auf folgende zwei Kernbereiche achten:

1. Die states Tabelle (Zustandsänderungen)

Dies ist meistens der Übeltäter Nummer eins. Jeder Wechsel eines Sensors (z. B. Temperatur geht von 20,1°C auf 20,2°C) ist ein neuer Eintrag in dieser Tabelle.

Typische Speicherfresser, die du hier findest:

  • Strommesssteckdosen (Smart Plugs): Sensoren, die aktuelle Watt-Zahlen messen, aktualisieren sich oft im Sekundentakt. Ein einzelner Kühlschrank-Plug kann tausende Einträge pro Stunde generieren.
  • Systemmonitore: Sensoren für CPU-Auslastung oder freier RAM aktualisieren sich extrem häufig, haben aber historisch oft keinen großen Wert für dich.
  • Media Player: Ein spielender Chromecast oder Sonos-Lautsprecher ändert seinen Status permanent (z. B. aktuelle Abspielzeit in Sekunden).

2. Die events Tabelle (Ereignisse)

Hier speichert Home Assistant Automatisierungs-Trigger, API-Aufrufe und Status-Ereignisse. Findest du hier extrem hohe Werte, liegt das oft an fehlerhaften Integrationen, die im Hintergrund permanent das System anpingen, oder an Automatisierungen, die in Endlosschleifen laufen.

Konkretes Beispiel aus der Praxis: Du siehst in DBStats, dass der Sensor sensor.waschmaschine_leistung in den letzten 7 Tagen unglaubliche 450.000 Einträge erzeugt hat. Dieser eine Sensor macht 30 % deiner Datenbank aus! Brauchst du wirklich jede Zehntel-Watt-Schwankung für die Historie? Nein. Es reicht völlig, wenn der Wert im Dashboard aktuell ist, aber er muss nicht zwingend für die Ewigkeit in der Datenbank landen.

Speicherfresser eliminieren (Der Recorder)

Jetzt, da DBStats dir die Übeltäter auf dem Silbertablett serviert hat, ist es Zeit zu handeln. Das Zauberwort heißt: Recorder konfigurieren.

Die Recorder-Integration regelt, was in die Datenbank geschrieben wird und was nicht. Öffne deine configuration.yaml und lege Filter an.

So schließt du die identifizierten Speicherfresser gezielt aus:

recorder:
  # Behalte Daten nur für 7 Tage (Standard ist 10)
  purge_keep_days: 7
  
  exclude:
    # Schließe ganze Domains aus, wenn du deren Historie nie brauchst
    domains:
      - camera
      - media_player
      - update
      
    # Schließe bestimmte Entitäten aus, die du in DBStats gefunden hast
    entities:
      - sensor.waschmaschine_leistung
      - sensor.cpu_auslastung
      - sensor.arbeitsspeicher_frei
      
    # Schließe Entitäten nach bestimmten Mustern aus (z.B. alle Watt-Sensoren)
    entity_globs:
      - sensor.*_power
      - sensor.*_voltage
      - sensor.*_current

Wichtig zu verstehen: Wenn du einen Sensor über den exclude-Befehl ausschließt, verschwindet er nicht aus deinem Dashboard. Er zeigt dir weiterhin in Echtzeit den aktuellen Wert an! Du kannst ihn auch weiterhin als Auslöser für Automatisierungen nutzen. Das Einzige, was wegfällt, ist die Verlaufsgrafik für die Vergangenheit.

(Tipp für Fortgeschrittene: Wenn du Daten langfristig speichern willst, ohne die Home Assistant Datenbank aufzublähen, richte dir eine externe InfluxDB ein und schiebe die Daten dorthin. InfluxDB ist speziell für solche Zeitreihendaten optimiert).

Die Datenbank bereinigen (Purge)

Du hast die configuration.yaml angepasst und Home Assistant neu gestartet. Großartig! Zukünftig wächst deine Datenbank deutlich langsamer.

Aber: Die alten Daten sind immer noch da. Um den Speicherplatz sofort freizugeben, musst du Home Assistant anweisen, die Datenbank aufzuräumen (Repack).

  1. Gehe in Home Assistant auf Entwicklerwerkzeuge > Aktionen.
  2. Suche nach dem Dienst Recorder: Purge (Bereinigen).
  3. Setze ein Häkchen bei Umpacken (Das ist wichtig, da SQLite sonst den Speicherplatz nicht an das Betriebssystem zurückgibt!).
  4. Klicke auf Aktion ausführen.

Je nach Größe der Datenbank kann dieser Vorgang einige Minuten dauern. Wenn du danach in dein System schaust (oder ein neues Backup machst), wirst du feststellen, dass deine home-assistant_v2.db massiv geschrumpft ist!

Umsetzung im YouTube-Video

https://youtu.be/YWS70Dcy7QM

Fazit

Die Datenbank ist das schlagende Herz deines Home Assistant. Wenn sie verstopft, leidet das gesamte System unter Leistungseinbußen, SD-Karten gehen schneller kaputt und Backups werden unhandlich.

Nimm dir am besten heute noch 15 Minuten Zeit, installiere DBStats und wirf einen Blick unter die Haube deines Home Assistant. Du wirst erstaunt sein, was sich dort alles ansammelt!

Das Add-on DBStats ist ein absolutes Must-Have-Tool für jeden Smart-Home-Administrator. Es nimmt das Rätselraten aus der Datenbank-Optimierung. Statt auf gut Glück Einstellungen vorzunehmen, zeigt dir DBStats schwarz auf weiß, wo das Problem liegt. In Kombination mit einer sauberen recorder-Konfiguration hältst du dein System langfristig stabil, reaktionsschnell und sicher.

Die Anzeige der Produkte wurde mit dem WordPress-Plugin „Affiliate-Toolkit“ umgesetzt.
Kategorien: Smart Home

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